ChatGPT Ads: So funktioniert Werbung in ChatGPT

 

Werbung in ChatGPT: Was Unternehmen jetzt über OpenAI Ads wissen sollten

Mit ChatGPT verändert sich nicht nur, wie Menschen Informationen suchen. Auch für Werbung entsteht ein neuer Kanal.

Statt lediglich einzelne Suchbegriffe bei Google einzugeben, formulieren Nutzer:innen in ChatGPT häufig vollständige Fragen, beschreiben Anforderungen oder vergleichen unterschiedliche Lösungen. Genau in solchen Situationen können mittlerweile auch bezahlte Anzeigen erscheinen.

Seit August 2026 sind ChatGPT Ads auch in Österreich verfügbar: Ende August hat OpenAI den Self-Service-Zugang zum Ads Manager für österreichische Unternehmen geöffnet. Damit können Unternehmen ihre Kampagnen inzwischen direkt über den OpenAI Ads Manager erstellen und verwalten.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Funktionen und Besonderheiten von OpenAI Ads und beantwortet folgende Fragen:

  • Wie funktionieren ChatGPT Ads und wo erscheinen sie?
  • Wer sieht die Anzeigen und wie funktioniert das Targeting?
  • Welche Kampagnenziele, Anzeigenformate und Kosten gibt es?
  • Wie lassen sich Conversions und Kampagnenergebnisse messen?
  • Welche Datenschutzregeln und Werberichtlinien sind zu beachten?
  • Für welche Unternehmen lohnt sich ein Test mit ChatGPT Ads?
 

Was sind ChatGPT Ads?

ChatGPT Ads sind bezahlte Werbeplatzierungen innerhalb von ChatGPT. Die Anzeigen werden getrennt von der eigentlichen Antwort dargestellt und klar als Werbung beziehungsweise gesponserter Inhalt gekennzeichnet. Eine bezahlte Platzierung verändert dabei nicht, welche Antwort ChatGPT generiert.

OpenAI trennt das Werbesystem ausdrücklich vom Modell, das die eigentlichen ChatGPT-Antworten erzeugt. Unternehmen können also nicht dafür bezahlen, innerhalb einer organischen Antwort bevorzugt genannt oder empfohlen zu werden.

Damit unterscheiden sich zwei Formen der Sichtbarkeit deutlich voneinander:

Organische Sichtbarkeit: Ein Unternehmen, Produkt oder eine Website wird innerhalb einer ChatGPT-Antwort erwähnt.
Bezahlte Sichtbarkeit: Eine klar gekennzeichnete Anzeige wird zusätzlich zur eigentlichen Antwort ausgespielt.

Für Unternehmen bedeutet das: ChatGPT entwickelt sich neben Google, Meta oder LinkedIn zu einem weiteren eigenständigen Werbekanal.

 

Seit wann gibt es Werbung in ChatGPT?

OpenAI hat Anfang 2026 zunächst einen Werbetest in den USA gestartet. Danach wurde das Angebot schrittweise auf weitere Märkte ausgeweitet.

Am 18. August 2026 kündigte OpenAI den Start von ChatGPT Ads in 31 europäischen Märkten an. Dazu zählen unter anderem Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Schweiz. Seit 31. August 2026 steht der Self-Service Ads Manager auch Unternehmen in Österreich zur Verfügung.

Unternehmen müssen daher nicht mehr Teil eines geschlossenen Pilotprojekts sein, sondern können selbst ein Werbekonto anlegen und Kampagnen erstellen.

Wo erscheinen ChatGPT Ads?

Anzeigen können unterhalb einer Antwort von ChatGPT erscheinen.

Sie sind optisch vom eigentlichen Antwortbereich getrennt und als gesponserter Inhalt gekennzeichnet. Das soll sicherstellen, dass Nutzer:innen erkennen können, welche Inhalte von ChatGPT stammen und welche bezahlt wurden.

Ein vereinfachtes Beispiel:

„Welche Software eignet sich für ein kleines Unternehmen, das Vertrieb und Projektmanagement in einem System abbilden möchte?“

ChatGPT beantwortet zunächst die Frage.

Darunter könnte anschließend eine passende Anzeige eines Software-Anbieters erscheinen.

Das Besondere daran: Die Werbeanzeige wird nicht nur anhand eines einzelnen Keywords ausgewählt, denn entscheidend ist stärker der gesamte Kontext der Anfrage.

Wer sieht Werbung in ChatGPT?

Nicht jede:r ChatGPT-Nutzer:in bekommt Anzeigen angezeigt.

Aktuell können Werbung beziehungsweise ChatGPT Ads insbesondere bei Nutzern der Tarife Free und Go erscheinen. Die kostenpflichtigen Angebote Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sind derzeit werbefrei.

Darüber hinaus zeigt OpenAI keine personalisierten Anzeigen für Konten, die Personen unter 18 Jahren zugeordnet werden.

Für Werbetreibende ist diese Einschränkung relevant: Die theoretische Gesamtreichweite von ChatGPT entspricht nicht automatisch der tatsächlich verfügbaren Werbereichweite.

 

Wie funktioniert das Targeting bei ChatGPT Ads?

Einer der größten Unterschiede zu klassischen Suchanzeigen liegt im Targeting.

Bei Google Ads steht häufig ein konkretes Keyword im Mittelpunkt:

„CRM Software Österreich“

In ChatGPT könnte die gleiche Person dagegen schreiben:

„Wir sind ein Unternehmen mit 25 Mitarbeitern und suchen ein CRM, das einfach zu bedienen ist und sich mit unserer Buchhaltungssoftware verbinden lässt.“

ChatGPT erhält dadurch wesentlich mehr Kontext über die aktuelle Situation. OpenAI berücksichtigt bei der Auswahl einer Anzeige unter anderem:

  • Kontext und Intention der aktuellen Unterhaltung
  • Inhalt der Anzeige
  • Landingpage
  • Angaben des Werbetreibenden
  • sogenannte Context Hints
  • gewählte Targeting-Einstellungen


Sofern Anzeigenpersonalisierung verfügbar und aktiviert ist, können zusätzlich ausgewählte Signale aus der sonstigen ChatGPT-Nutzung berücksichtigt werden. Im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz steht personalisierte Werbung zum aktuellen Zeitpunkt allerdings zunächst nicht zur Verfügung.


Was sind Context Hints?

Context Hints helfen OpenAI dabei, einzuschätzen, in welchen Gesprächssituationen eine Anzeige relevant sein könnte. Anders als klassische Exact-Match-Keywords in Google Ads dienen sie jedoch nicht dazu, die Ausspielung auf bestimmte Suchformulierungen zu begrenzen. Vielmehr handelt es sich um zusätzliche Relevanzsignale, die OpenAI bei der Auswahl passender Anzeigen berücksichtigt.

  • Badplanung
  • Badezimmer renovieren
  • neue Dusche
  • barrierefreies Badezimmer
  • Sanierung eines Badezimmers


Das bedeutet aber nicht, dass die Anzeige ausschließlich oder automatisch bei exakt diesen Formulierungen erscheint. OpenAI beschreibt Context Hints vielmehr als zusätzliches Relevanzsignal für das Matching.

Für Werbetreibende wird dadurch ein gutes Verständnis der eigenen Zielgruppe besonders wichtig. Die zentrale Frage lautet nicht mehr nur: Welche Keywords sucht meine Zielgruppe? Sondern zunehmend: In welchen Situationen, Fragen und Gesprächen wird mein Angebot relevant?

Welche Kampagnenziele gibt es bei ChatGPT Ads?

Im OpenAI Ads Manager können Kampagnen aktuell auf unterschiedliche Ziele optimiert werden.

Zur Verfügung stehen unter anderem:

Reichweite beziehungsweise Views

Bei diesem Ziel wird auf Impressionen optimiert. Die Abrechnung erfolgt über einen CPM, also die Kosten pro 1.000 ausgelieferte Anzeigen.

Dieses Modell eignet sich vor allem dann, wenn Markenbekanntheit und Sichtbarkeit im Mittelpunkt stehen.

Klicks

Hier optimiert das System darauf, Nutzer:innen auf eine Website, Landingpage oder Produktseite zu führen. Die Abrechnung erfolgt pro gültigem Klick.

Conversions

Conversion-Kampagnen versuchen, Klicks beziehungsweise Impressionen stärker auf Nutzer:innen auszurichten, bei denen eine gewünschte Aktion wahrscheinlicher ist.

Dafür muss zuvor ein entsprechendes Conversion-Ereignis eingerichtet werden, beispielsweise:

  • Kauf
  • Anfrage
  • Registrierung
  • Lead
  • Terminbuchung

 

Wichtig: Eine Conversion-Kampagne bedeutet nicht automatisch, dass ausschließlich pro Conversion bezahlt wird. Je nach gewähltem Modell erfolgt die Abrechnung aktuell weiterhin über Klicks oder Impressionen.

Was kosten ChatGPT Ads?

Wie bei Google Ads oder Social Ads gibt es keinen universellen Fixpreis pro Klick.

Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Zielgruppe
  • Markt
  • Wettbewerb
  • Kampagnenziel
  • Relevanz
  • Gebot
  • Anzeigenqualität
  • verfügbarem Inventar

 

OpenAI arbeitet mit einer relevanzgewichteten Zweitpreisauktion. Das bedeutet vereinfacht: Nicht ausschließlich das höchste Gebot entscheidet über die Ausspielung, sondern auch die erwartete Relevanz der Anzeige.

Für CPC-Kampagnen nennt OpenAI derzeit ein empfohlenes anfängliches Höchstgebot von etwa 3 bis 5 US-Dollar pro Klick. Das ist jedoch kein allgemeiner CPC-Benchmark und bedeutet nicht, dass jeder Klick tatsächlich diesen Betrag kostet.

 

Gibt es ein Mindestbudget für ChatGPT Ads?

Ja. Für Werbekonten mit Euro als Abrechnungswährung liegt das aktuelle Mindesttagesbudget laut OpenAI bei 15 Euro pro Kampagne.

Das technische Mindestbudget sollte jedoch nicht mit einem sinnvollen Testbudget verwechselt werden.

Wer nur wenige Klicks oder Conversions sammelt, kann nur schwer beurteilen, ob eine Kampagne tatsächlich funktioniert. Gerade bei einem neuen Werbekanal ist deshalb ausreichend Testvolumen wichtig.

 

Welche Anzeigenformate gibt es?

Zu den möglichen Darstellungsformen zählen Sponsored Recommendations, sowie Shopping Ads.

Sponsored Recommendations: Transparent gekennzeichnete Empfehlungen, abgestimmt auf das Gesprächsthema.

Shopping Ads: Detaillierte Produktpräsentation (z. B. mit Bild, Preis und Verfügbarkeit).

Das grundlegende Anzeigenformat erscheint unterhalb einer ChatGPT-Antwort und enthält Informationen wie:

  • Name des Unternehmens
  • Anzeigenüberschrift
  • Beschreibung
  • Bild beziehungsweise Creative
  • Call-to-Action
  • Link zur Zielseite

 

Die Gestaltung unterscheidet sich damit deutlich von klassischen Suchanzeigen, die überwiegend textbasiert sind.

OpenAI empfiehlt bei Anzeigentexten insbesondere klare und konkrete Nutzenargumente. Statt allgemeiner Werbeslogans sollten Werbetreibende möglichst verständlich erklären:

  • Was wird angeboten?
  • Für wen ist das Angebot geeignet?
  • Welchen konkreten Nutzen bietet es?
  • In welcher Situation ist es relevant?

 

ChatGPT Ads Gesponserte Empfehlung 2
Sponsored Recommendations (mit KI generiert)
ChatGPT Ads Shopping Anzeige 2
Shopping Ads (mit KI generiert)

ChatGPT Shopping Ads für Onlineshops

Besonders interessant sind OpenAI Ads derzeit für den E-Commerce.

Unternehmen können Produkt-Feeds im Ads Manager hochladen und daraus automatisiert Produktanzeigen erstellen.

Die Anzeigen können unter anderem enthalten:

  • Produktbild
  • Produktname
  • Preis
  • Angebotspreis
  • Sternebewertung
  • Marke
  • Verfügbarkeit
 

Damit können beispielsweise Nutzer:innen, die nach einem bestimmten Produkt mit konkreten Anforderungen fragen, direkt ein passendes Angebot angezeigt bekommen.

OpenAI bezeichnet feedbasierte Kampagnen derzeit als einen der leistungsstärkeren Kampagnentypen innerhalb des Programms.

 

Produktdaten werden wichtiger

Bei klassischen Suchanzeigen ist das Keyword-Targeting ein zentraler Steuerungsfaktor.

Bei kontextuellen Produktanzeigen spielen dagegen Produktinformationen eine größere Rolle.

„Ich suche einen wasserdichten Wanderschuh für breite Füße unter 150 Euro.“

Damit ein System ein Produkt sinnvoll zuordnen kann, sollten Produktinformationen wie Material, Größe, Farbe, Produktkategorie, Einsatzbereich, Preis und Marke möglichst eindeutig hinterlegt sein.

Saubere Produktdaten werden dadurch nicht nur für Google Shopping, sondern zunehmend auch für KI-basierte Shopping-Systeme relevant.

Wie funktioniert Conversion Tracking bei ChatGPT Ads?

Wie bei jeder Performance-Marketing-Kampagne ist Tracking entscheidend.

OpenAI bietet dafür unter anderem zwei eigene Lösungen:

 

OpenAI Measurement Pixel

Das Measurement Pixel wird auf der Website eingebunden und kann Website-Aktionen erfassen.

Beispiele dafür sind:

  • Kauf
  • Lead
  • Registrierung
  • Formularabsendung

 

Conversions API

Zusätzlich können Conversion-Ereignisse serverseitig übermittelt werden.

OpenAI empfiehlt, Pixel und Conversions API gemeinsam zu verwenden und für identische Conversions dieselbe Event-ID zu übermitteln. Dadurch können doppelte Erfassungen vermieden und Messsignale verbessert werden.

 

Welche Kennzahlen zeigt der Ads Manager?

Im Ads Manager können derzeit unter anderem folgende Werte ausgewertet werden:

  • Impressionen
  • Klicks
  • Ausgaben
  • Klickrate
  • durchschnittlicher CPC
  • durchschnittlicher CPM
  • Conversions
 

Die Daten können auf Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Anzeigenebene analysiert werden.

Zusätzlich empfiehlt es sich, Kampagnen mit UTM-Parametern zu versehen.

So können Zugriffe beispielsweise auch in Google Analytics, Matomo oder anderen Analyse-Systemen separat ausgewertet werden.

 

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Welche Daten sehen Werbetreibende?

Ein wichtiger Punkt betrifft den Datenschutz. Werbetreibende bekommen keinen Zugriff auf persönliche ChatGPT-Unterhaltungen oder gespeicherte Erinnerungen der Nutzer:innen.

OpenAI stellt Unternehmen stattdessen aggregierte Leistungsdaten bereit.

Ein Werbetreibender sieht also beispielsweise:

  • wie häufig eine Anzeige ausgespielt wurde,
  • wie viele Klicks erzielt wurden,
  • wie hoch die Kosten waren und
  • wie viele Conversions gemessen wurden.
 

Er kann jedoch nicht einfach einzelne private Chatverläufe der Nutzer:innen einsehen.

 

 

Beeinflusst Werbung die Antworten von ChatGPT?

Nein. OpenAI betont ausdrücklich, dass Anzeigen keinen Einfluss auf die generierten Antworten haben.

Werbetreibende können nicht dafür bezahlen,

  • innerhalb der Antwort besser gereiht zu werden,
  • eine Empfehlung zu erhalten oder
  • bestimmte Antworten zu verändern.
 

Werbung und organische ChatGPT-Antworten laufen über getrennte Systeme.

Dieser Unterschied ist auch für Unternehmen wichtig.

Wer organisch häufiger in KI-Antworten vorkommen möchte, beschäftigt sich eher mit Themen wie:

  • SEO
  • GEO
  • strukturierter Website-Inhalt
  • Markenbekanntheit
  • digitale Autorität
  • Produktdaten
 

Wer dagegen gezielt zusätzliche bezahlte Sichtbarkeit innerhalb von ChatGPT aufbauen möchte, kann auf ChatGPT Ads setzen. 

 

 

Welche Branchen dürfen ChatGPT Ads schalten?

Nicht jede Werbung ist auf der Plattform zugelassen. OpenAI hat eigene Werberichtlinien entwickelt und schränkt insbesondere sensible beziehungsweise regulierte Kategorien ein.

Werbung soll außerdem nicht in sensiblen Gesprächssituationen ausgespielt werden. Dazu zählen beispielsweise persönliche oder emotional besonders sensible Themen sowie bestimmte markenunsichere Inhalte.

Da sich die Werberichtlinien noch laufend ändern, sollten Unternehmen vor dem Start prüfen, ob ihr Angebot aktuell zugelassen ist. Gerade bei regulierten Branchen ist dieser Schritt besonders wichtig.

 

ChatGPT Ads vs. Google Ads: Was ist der Unterschied?

ChatGPT Ads und Google Ads verfolgen nicht grundsätzlich unterschiedliche Ziele.

Beide Plattformen versuchen, Unternehmen mit Menschen zusammenzubringen, die sich für ein Angebot interessieren.

Der entscheidende Unterschied liegt vielmehr darin, wie diese Intention sichtbar wird.

 

 

Google Ads

Bei einer klassischen Google-Suche geben Nutzer:innen meist wenige Begriffe ein:

„SEO Agentur Wien“

Der Werbetreibende kann gezielt auf dieses Keyword beziehungsweise verwandte Suchanfragen reagieren.

 

 

ChatGPT Ads

Eine Anfrage in ChatGPT könnte dagegen lauten:

„Wir sind ein mittelständisches Unternehmen aus Wien und wollen unsere organische Sichtbarkeit verbessern. Welche Maßnahmen wären sinnvoll und sollten wir dafür eine SEO-Agentur beauftragen?“

Der Kontext enthält wesentlich mehr Informationen über Ausgangssituation, Ziel, Standort, Informationsbedarf und Entscheidungsphase.

Dadurch entsteht ein anderes Werbeumfeld.

ChatGPT Ads ersetzen Google Ads daher nicht automatisch. Vielmehr können sie einen zusätzlichen Touchpoint innerhalb der Customer Journey schaffen.

 

 

ChatGPT Ads vs. Social Ads

Auch gegenüber Meta, Instagram oder LinkedIn besteht ein wesentlicher Unterschied.

Social Ads basieren traditionell stärker auf:

  • Interessen
  • demografischen Merkmalen
  • bisherigen Interaktionen
  • Zielgruppenmodellen
  • Nutzerverhalten
 

Bei ChatGPT steht dagegen stärker die aktuelle Gesprächssituation im Vordergrund.

Damit ähnelt ChatGPT in gewisser Weise einer Mischung aus Suchmaschine und Beratungssituation. Die Nutzer:innen beschreiben aktiv, was sie brauchen. Für Werbetreibende kann genau dieser Kontext besonders wertvoll sein.

 

 

Für welche Unternehmen können ChatGPT Ads interessant sein?

Nicht jedes Unternehmen muss sofort auf ChatGPT werben.

Interessant kann der Kanal insbesondere sein, wenn potenzielle Kunden vor dem Kauf viel recherchieren oder verschiedene Lösungen vergleichen.

Beispiele sind:

  • Onlineshops
  • SaaS-Anbieter
  • Software-Unternehmen
  • B2B-Dienstleister:innen
  • Tourismusunternehmen
  • Freizeitangebote
  • lokale Dienstleistungen
  • erklärungsbedürftige Produkte
  • Unternehmen mit längerer Customer Journey
 

Vor allem dort, wo Nutzer:innen häufig Fragen stellen wie

„Welches Produkt passt zu meinen Anforderungen?“

oder

„Welche Lösung eignet sich für mein Unternehmen?“

kann ein kontextbasierter Werbekanal interessant werden.

 

Wo liegen die Grenzen von ChatGPT Ads?

Bei aller Aufmerksamkeit rund um KI-Werbung sollte man berücksichtigen, dass sich der OpenAI Ads Manager noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet.

OpenAI bezeichnet ihn aktuell selbst als Beta-Produkt. Funktionen und Reporting werden laufend weiterentwickelt.

Im Vergleich zu seit vielen Jahren etablierten Plattformen wie Google Ads oder Meta Ads bestehen daher noch Einschränkungen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • weniger historische Benchmarks
  • laufend veränderte Funktionen
  • geringere Erfahrungswerte
  • teilweise eingeschränkte Reporting-Möglichkeiten
  • eingeschränkte Vergleichbarkeit mit klassischen Suchkampagnen
 

Unternehmen sollten den Kanal deshalb nicht mit der Erwartung starten, dass bereits am ersten Tag dieselben Optimierungsmöglichkeiten wie bei Google Ads bestehen.

 

 

Wie startet man mit ChatGPT Ads?

Ein sinnvoller Kampagnenstart kann in mehreren Schritten erfolgen.

 

1. Prüfen, ob das Angebot zugelassen ist

Zunächst sollte geprüft werden, ob das eigene Unternehmen und die angebotenen Produkte beziehungsweise Leistungen den aktuellen OpenAI Advertising Policies entsprechen.

 

2. Ads Manager einrichten

Für Österreich steht der Self-Service Ads Manager mittlerweile zur Verfügung.

Anschließend müssen unter anderem Unternehmens- und Abrechnungsinformationen hinterlegt werden.

 

3. Kampagnenziel definieren

Vor dem Start sollte klar sein, was erreicht werden soll:

  • Reichweite
  • Website-Traffic
  • Leads
  • Käufe
  • Registrierungen
 

Ohne klar definiertes Ziel lässt sich auch die Kampagnenperformance schwer beurteilen.

 

4. Tracking einrichten

Conversion Tracking sollte möglichst vor dem ersten Kampagnenstart eingerichtet werden.

Dadurch kann der Ads Manager von Beginn an Daten zu relevanten Aktionen sammeln.

 

5. Relevante Kontexte definieren

Statt nur Keyword-Listen zu erstellen, sollte überlegt werden:

  • Welche Fragen stellt die Zielgruppe?
  • Welche Probleme möchte sie lösen?
  • In welchen Situationen wird das Angebot relevant?
  • Welche Anforderungen nennen potenzielle Kund:innen?
 

Diese Informationen können unter anderem in die Context Hints einfließen.

 

6. Anzeigen erstellen

Die Werbebotschaft sollte möglichst konkret erklären, welchen Nutzen das Angebot bietet.

„Wir sind die beste Lösung“

Allgemeine Aussagen helfen einem kontextuellen System weniger als klare Informationen über Produkt, Zielgruppe und Anwendungsfall.

 

7. Landingpage prüfen

Auch bei ChatGPT Ads entscheidet am Ende nicht nur die Anzeige über den Erfolg.

Nach dem Klick muss die Landingpage überzeugen.

Dazu gehören insbesondere:

  • klare Botschaft
  • verständliches Angebot
  • relevante Inhalte
  • eindeutige Handlungsaufforderung
  • schnelle Ladezeit
  • mobile Optimierung
  • möglichst wenig unnötige Hürden
 

8. Kampagne testen und optimieren

Gerade bei einem neuen Werbekanal sollten Unternehmen zunächst Daten sammeln.

Wichtige Fragen sind beispielsweise:

  • Welche Anzeigen erhalten Klicks?
  • Welche Botschaften führen zu Conversions?
  • Welche Kampagnenziele funktionieren?
  • Wie hoch sind die Kosten pro Lead oder Kauf?
  • Wie unterscheidet sich die Qualität der Besucher:innen von anderen Kanälen?
 

Erst auf Basis dieser Informationen lässt sich beurteilen, welches Potenzial ChatGPT Ads für das eigene Unternehmen haben.

 

ChatGPT Ads und GEO: bezahlt und organisch sichtbar werden

Rund um ChatGPT wird häufig Werbung mit organischer KI-Sichtbarkeit vermischt.

Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Disziplinen.

 

ChatGPT Ads

Unternehmen bezahlen für eine gekennzeichnete Werbeplatzierung.

 

GEO

Generative Engine Optimization beschäftigt sich damit, Inhalte so aufzubereiten, dass Unternehmen und Websites von KI-Systemen möglichst gut verstanden und potenziell als Quelle herangezogen werden können.

Beide Bereiche können sich ergänzen.

Ein Unternehmen kann einerseits bezahlte Sichtbarkeit über ChatGPT Ads aufbauen und gleichzeitig seine Website für organische KI-Sichtbarkeit optimieren.

Ähnlich funktioniert es bereits seit Jahren mit Google: Google Ads erzeugen bezahlte Sichtbarkeit – SEO organische Sichtbarkeit.

Bei KI-Systemen entsteht zunehmend eine vergleichbare Trennung zwischen Paid Visibility und Organic Visibility.

 

Werden ChatGPT Ads Google Ads ersetzen?

Aktuell spricht wenig dafür, beide Kanäle als direkte Gegenspieler zu betrachten. Google bleibt ein zentraler Kanal für Menschen, die sehr konkrete Suchanfragen stellen.

ChatGPT gewinnt dagegen insbesondere dort an Bedeutung, wo Menschen recherchieren, Fragen stellen, vergleichen, Anforderungen erläutern und Entscheidungen vorbereiten.

Für Unternehmen wird daher vermutlich weniger die Frage entscheidend sein: Google Ads oder ChatGPT Ads?

Sondern vielmehr: An welchen digitalen Touchpoints recherchiert meine Zielgruppe – und wo sollte meine Marke sichtbar sein?

 

Fazit: ChatGPT Ads schaffen einen neuen Werbekanal

ChatGPT Ads erweitern das klassische Performance-Marketing um einen neuen Touchpoint.

Der wesentliche Unterschied zu bisherigen Plattformen liegt dabei weniger in der Tatsache, dass Anzeigen ausgespielt werden, sondern im Umfeld, in dem dies geschieht.

Menschen beschreiben in ChatGPT häufig ausführlich, was sie suchen, welches Problem sie lösen möchten, welche Anforderungen sie haben und welche Alternativen sie vergleichen.

Dadurch entsteht ein Werbekontext, der deutlich stärker von Gesprächen und Intention geprägt ist als von einzelnen Keywords.

Gleichzeitig befindet sich die Plattform noch in einer frühen Phase. Der Ads Manager ist weiterhin ein Beta-Produkt, Funktionen verändern sich und belastbare Langzeit-Benchmarks fehlen noch.

Für Unternehmen bedeutet das: ChatGPT Ads sollten weder vorschnell als nächster Pflichtkanal betrachtet noch ignoriert werden.

Entscheidend ist, ob das eigene Angebot zum Nutzerverhalten innerhalb von ChatGPT passt und ob Kampagnen sauber gemessen werden können.

Wer bereits mit Google Ads, Social Ads, Conversion Tracking und gut optimierten Landingpages arbeitet, bringt dafür grundsätzlich eine gute Basis mit.

 

Häufige Fragen zu ChatGPT Ads

 

Gibt es Werbung in ChatGPT?

Ja. OpenAI spielt mittlerweile Anzeigen innerhalb von ChatGPT aus. Diese sind klar als gesponserte Inhalte gekennzeichnet und von den eigentlichen Antworten getrennt.

Kann man in Österreich ChatGPT Ads schalten?

Ja. Der OpenAI Ads Manager ist inzwischen auch für Unternehmen mit Sitz in Österreich im Self-Service verfügbar.

Wer sieht ChatGPT Werbung?

Anzeigen können derzeit Nutzer:innen der Free- und Go-Tarife angezeigt werden. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sind werbefrei.

Wie viel kosten ChatGPT Ads?

Die tatsächlichen Kosten hängen von Wettbewerb, Zielgruppe, Kampagnenziel und Geboten ab. Bei Konten mit Euro als Abrechnungswährung liegt das aktuelle Mindesttagesbudget bei 15 Euro pro Kampagne.

Werden ChatGPT Ads nach Keywords ausgespielt?

Nicht ausschließlich. ChatGPT berücksichtigt stärker den Kontext und die Intention der aktuellen Unterhaltung. Werbetreibende können unter anderem Context Hints hinterlegen. Diese funktionieren jedoch nicht wie Exact-Match-Keywords bei Google Ads, sondern dienen als zusätzliche Relevanzsignale.

Können Unternehmen ChatGPT-Unterhaltungen lesen?

Nein. Werbetreibende erhalten keinen Zugriff auf private Chats oder Erinnerungen der Nutzer:innen. Sie erhalten aggregierte Performance-Daten zu ihren Anzeigen.

Verändern Anzeigen die Antworten von ChatGPT?

Nein. Laut OpenAI werden die Antworten unabhängig von den Anzeigen generiert. Werbetreibende können organische Antworten nicht kaufen oder beeinflussen.

Gibt es Conversion Tracking für ChatGPT Ads?

Ja. OpenAI unterstützt unter anderem ein Measurement Pixel sowie eine Conversions API. Beide können kombiniert werden, um Conversion-Ereignisse wie Leads oder Käufe zu messen.

Sind ChatGPT Ads für Onlineshops geeignet?

Für E-Commerce gibt es eigene Produkt-Feed-Kampagnen. Dabei können strukturierte Produktinformationen genutzt werden, um passende Produktanzeigen innerhalb von ChatGPT auszuspielen.

Was ist der Unterschied zwischen ChatGPT Ads und GEO?

ChatGPT Ads sind bezahlte Werbeplatzierungen. GEO beschäftigt sich dagegen mit der organischen Sichtbarkeit von Unternehmen und Inhalten innerhalb generativer KI-Systeme.

Ersetzen ChatGPT Ads Google Ads?

Aktuell eher nicht. Beide Kanäle erreichen Nutzer:innen in unterschiedlichen Situationen. Google Ads sind besonders stark bei konkreten Suchanfragen, während ChatGPT Ads stärker innerhalb von Recherche-, Vergleichs- und Entscheidungssituationen ansetzen.

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